LVM – Skyrun Münster 2014 – Treppenlauf / Hochhauslauf

Am 12. Oktober 2014 fand in Münster der erste LVM – Skyrun statt. Damit auch der erste Hochhauslauf in Münster. Gelaufen wurde im LVM Bürogebäude. Die 360° Vollverglasung bietet auch den Zuschauern einen Einblick direkt an die Treppen. Die Läufer konnten außerdem auf der großen Videoleinwand Live verfolgt werden.

Spontan entschlossen

Insgesamt galt es 18 Stockwerke mit insgesamt 360 Stufen zu überwinden. Das macht einen Höhenunterschied von gut 70 m. Bei diesem Treppenlauf gab es noch die Besonderheit, dass es an der Innenseite kein Geländer gibt. Für mich als absoluten Anfänger ist diese Tatsache aber zu vernachlässigen.

Fünf Tage vorher haben wir von diesem Wettkampf aus der Zeitung erfahren und hatten vorher noch nie an so einem Lauf teilgenommen oder uns darüber informiert. Ganz ohne Training und irgendwelche Vorbereitungen haben wir uns gedacht dort einfach mal spontan zu laufen. Also sind Lukas und ich am Sonntagmorgen um 6:00 Uhr losgefahren und haben uns nachgemeldet. Die Stadtgebühr war mit 23 € inklusive eines T-Shirts in Ordnung.

Das K.O. System und das Ausscheidungsrennen

K.O. System des Skyruns in Münster

K.O. System des Skyruns in Münster

Um 9:00 Uhr ging es mit den Ausscheidungsläufen direkt los. Ungefähr 300 Teilnehmer mussten in einem Abstand von 15 Sekunden die 360 Stufen im schnellstmöglichen Tempo erklimmen. Nur die 128 schnellsten Teilnehmer kamen in die nächste Runde. Ab hier gab es ein k.o. System. In der zweiten Runde lief der schnellste Läufer gegen den langsamsten Läufer aus der Vorrunde. Platz eins gegen Platz 128. Dann Platz zwei gegen 127 und so weiter. Der langsamere Läufer hat 3 Sekunden Vorsprung und der schnellere Läufer muss entweder überholen oder schneller als 3 Sekunden hinter ihm bleiben. Das klingt erst einmal unfair, wird aber nach hinten hin immer spannender. In der Mitte treffen sich dann Platz 65 gegen 66 und haben fast dieselbe Zeit. Weiter zur Mitte hin wird es somit immer spannender. In den nächsten Runden treten dann immer die nächst schnellsten gegeneinander an. Somit gibt es auch nicht die Gefahr, dass ein Favorit frühzeitig ausscheidet wenn Platz eins gegen Platz zwei läuft. Somit laufen am Ende wirklich nur die besten Läufer gegeneinander.

Insgesamt gibt es somit acht Läufe für die ersten beiden Sieger. Quali / 128 / 64 / 32 / 16 / 8 / 4 / 2 Läufer.

Der erste Qualifikationslauf ist schon hart

Lukas und Daniel

Lukas und Daniel

Lukas und ich wussten natürlich überhaupt nicht wie man so einen Lauf überhaupt angehen muss. Wir wussten, dass der Schnellere gegen den Langsameren laufen muss und hatten somit den Plan direkt im ersten Lauf alles zu geben. Danach würden die nächsten Läufe etwas entspannter laufen. Lukas konnte im Qualifikationslauf eine Zeit von 1 Minute 38 laufen und landete damit auf Platz 21. Ich selber bin mit der Helmkamera 1 Minute 34 gelaufen und konnte damit auf Platz elf laufen. Schon hier konnte ich einige Profiläufer hinter mir lassen. Was uns beiden zugute kam ist die Tatsache, dass wir in der Leichtathletik die 400m und 800m laufen. Somit können wir ganz gut an unsere Grenzen laufen und auch mit schweren Beinen noch ein bisschen herausholen.

Der Lauf sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, denn beim Treppen laufen wird hauptsächlich die vordere Oberschenkelmuskel benötigt. Auch die Fußmuskulatur wird durch den Kurvenlauf sehr beansprucht. Als Training empfiehlt sich auf jeden Fall öfters Treppen zu laufen. Meine Oberschenkel habe ich auf den letzten fünf Stockwerken fast überhaupt nicht mehr gespürt. Dort musste ich mich auch mit meinen Händen am Geländer hochziehen.

Lukas konnte noch zwei weitere Läufe absolvieren und musste sich dann leider einem Läufer geschlagen geben der diese Strecke schon trainiert hat und doch ein bisschen schneller war.

Die Beine brennen, aber es geht immer noch weiter

Das Achtelfinale

Das Achtelfinale

Ich selber war ziemlich überrascht, dass ich schon unter die besten 16 Läufer gelaufen bin, bei denen sich hauptsächlich nur noch trainierte Profiläufer tummelten. In meinem fünften Lauf musste ich also gegen jemanden laufen, der im Treppenlauf Verein ist und im Qualifikationslauf schon 3 Sekunden schneller als ich gelaufen war. Ich war der langsamere Läufer und musste somit vor ihm starten. Nun konnte ich nicht mehr viel taktieren und musste alles auf eine Karte setzen. Von Anfang an blieb mir nichts anderes übrig als Gas zu geben und versuchen Abstand zwischen uns zu gewinnen. Wenn der hintere Läufer den vorderen Läufer nicht mehr sehen kann, lässt die Motivation deutlich nach. Auf den letzten fünf Stockwerken musste ich noch mal alles rausholen und fühlte mich als ob ich in Zeitlupe laufen würde. Meine Beine habe ich überhaupt nicht mehr gespürt und habe mich nur noch versucht mit meinen Händen am Geländer hochzuziehen. Am Ziel angekommen habe ich die 3 Sekunden Vorsprung herunter gezählt und habe dann realisiert, dass ich noch eine Runde weitergekommen bin. Damit hätte ich natürlich nicht gerechnet, dass ich unter die besten acht Läufer komme. Obwohl es schon mein fünfter Lauf war, habe ich eine neue persönliche Bestzeit in 1 Minute 29 hingelegt. Dies war meines Wissens nach die sechst beste Zeit am Tag. Damit hätte ich natürlich vorher überhaupt nicht gerechnet und war gleichzeitig froh, dass es endlich vorbei war. Meine Oberschenkel schmerzten noch gut 15 Minuten nach dem Lauf.

Das Viertelfinale und unter den Top 8

Zwischen den Läufen darf man überhaupt nicht stehen bleiben oder sich hinsetzen. Es geht direkt weiter und man sollte sich immer aktiv auslaufen. Damit halbiert man die Zeit, die der Muskel braucht um das Laktat wieder aus dem Beinen zu bekommen. Gleichzeitig lockert man die Muskeln und hält den Kreislauf in Schwung. Da die Zeitspanne zwischen den Läufen aber immer geringer wurde, hatte ich nach dem fünften Lauf nicht mehr genügend Zeit um mich auch nur ansatzweise zu regenerieren. Nur 20 Minuten später galt es dann den sechsten Lauf zu absolvieren. Diesmal musste ich gegen einen tschechischen Profiläufer antreten und wurde von ihm auch noch gejagt. Hier konnte ich dann nicht mehr viel ausrichten obwohl er auch nur recht knapp am Ende gewonnen hat. Am Ende hatte ich also insgesamt 2160 Treppenstufen in meinen Beinen.

Super Veranstaltung, für jeden ein Highlight.

Wir haben eine richtig schöne Erfahrung mit dieser Veranstaltung gemacht und hoffen auch, dass sie im nächsten Jahr wieder in Münster stattfindet. Nächstes Mal bereiten wir uns richtig darauf vor und hoffen dann auch vielleicht auf das Treppchen zu laufen. Weiterhin haben wir uns überlegt bei weiteren Treppenläufen mitzumachen und auch vielleicht bei der deutschen Meisterschaft ein bisschen mitzumischen. Wie und ob das funktioniert und klappt das wird sich in den nächsten Wochen herausstellen.

Die Veranstaltung war wirklich top organisiert und es gab kaum einen Punkt den man bemängeln könnte. Die Ergebnisse und Zeiten waren sofort ersichtlich und man wusste sofort ob man weiter war oder nicht. Weiterhin gab es kostenlose Verpflegung und auch eine Massage Service der Physiotherapieschule vom Universitätsklinikum Münster. Die Massage sollte man selbstverständlich erst nach dem Lauf in Anspruch nehmen, da es zwischen den Läufen immer eine aktive Erholung geben sollte. Auch wenn ihr keine Erfahrung mit solchen Leuten habt, solltet ihr so etwas einfach einmal mitmachen und ausprobieren. Es ist auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung.

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Ein Video zu diesem Lauf kannst du hier auf YouTube ansehen.

LVM Skyrun Münster

Link zum LVM – Skyrun

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