Marathontraining – Umfang und Verletzung 2020

Eine Studie aus 2020 sollte untersuchen, ob das Trainingsvolumen für einen Marathon oder Halbmarathon Auswirkungen auf die Performance oder Verletzungsanfälligkeit hat.

Einleitung:

In den letzten Jahren sind die Teilnehmerzahlen bei Marathon Veranstaltungen deutlich gestiegen. Weiterhin zeigen sich immer größere Veranstaltungen mit längeren Strecken bis hin zu Ultramarathon Läufen. Auch im Bereich Triathlon oder Hindernisläufen werden die Strecken immer länger. Somit stellt sich die Frage, ob ein höheres Trainingsvolumen für viele Menschen zu einem höheren Verletzungsrisiko führen könnte.
Eine Studie zeigte bisher ein höheres Risiko für Läufer mit 65 km in der Woche.
In den Niederlanden entsteht ein Trend zu einer höheren Trainingsintensität mit maximal 14 km in der Woche. Dies soll keine Auswirkung auf die Zeit haben aber das Verletzungsrisiko vermindern.

In dieser Studie sollte somit der Zusammenhang von Trainingsvolumen auf die Endzeit und die Verletzungsanfälligkeit untersucht werden.
Untersucht wurden Läufer, die sich für einen Halbmarathon und Marathon in den Niederlanden 2017 angemeldet hatten. Die Läufer wurden zwei Wochen vor dem Wettkampf, einen Tag danach und einen Monat später mit einem Fragebogen befragt. Abgefragt wurden verschiedene Parameter wie Trainingserfahrung, Körperdaten und andere wichtige Punkte.
Insgesamt füllten ca. 1000 Läufer den Fragebogen komplett aus.

Das Durchschnittsalter lag bei 42 Jahren und hatten einen BMI von 23. Die Lauferfahrung lag bei 7,8 Jahren, wobei ca. 37 % einen Sportverein angehörten.

Halbmarathon:

Die Läufer absolvierten im Durchschnitt ca. 30 km in der Woche mit einer Base von 5:45/km. Ihr längster Lauf in der Vorbereitung betrug ca. 19 km im Durchschnitt. Die durchschnittliche Endzeit beim Halbmarathon betrug ca. 2 Stunden.
Ca. 50 % der Halbmarathon berichteten von einer Sportverletzung. Davon ca. 14 % im Knie.

Marathon:

Die Läufer absolvierten im Durchschnitt ca. 44 km in der Woche. Der längste Lauf lag im Durchschnitt bei 29 km. Die Pace betrug im Schnitt 5:41/km. Die durchschnittliche Gesamtzeit beim Wettkampf lag bei 4:18 Stunden.
55 % der Marathonläufer berichteten von Verletzungen, wobei 17 % dem Knie zuzuordnen sind.

Bei den Halbmarathonläufern konnte festgestellt werden, dass mehr als 32 km in der Woche mit einem langen Lauf von 21 km insgesamt zu einer gleich bleibenden Geschwindigkeit während des Rennens führte.

Bei Marathonläufern führte ein Volumen von mindestens 65 km in der Woche und einem Tempo von weniger als 5:15/km im Durchschnitt zu einer besseren Endzeit.
Allerdings konnte kein Zusammenhang zwischen Trainingsvolumen und Verletzungsanfälligkeit festgestellt werden.

Weniger Gesamtvolumen, geringere längste Strecke und geringere Durchschnittszeit im Training führte zu einer geringeren Endzeit im Wettkampf.
Es könnte davon ausgegangen werden, dass Läufer mit einer schnelleren Geschwindigkeit im Training automatisch längere Strecken laufen. Dieses konnte jedoch durch statistische Berechnungen ausgeschlossen werden.

Ein hohes Trainingsvolumen in der Woche, sowie eine schnellere Trainingspace haben beides Vorteile für den Wettkampf. Zusätzlich spielt der lange Lauf eine weitere wichtige Rolle. Längere Läufe als 35 km spielten bei der Endzeit jedoch keine Rolle.

 

Quelle: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/sms.13725