Hungerstoffwechsel? Jojo-Effekt nicht Wissenschaftlich.

Gewichtszunahme nach Diät – Mechanismus im Fettgewebe

Immer mehr Menschen sind Übergewichtig und 42 % versuchen Gewicht zu verlieren. Mehr als die Hälfte bekommen das Gewicht nach 2 Jahren und 3/4 nach 5 Jahren wieder auf der Hüfte.

Grundsätzlich ist die positive Energiebilanz für die erneute Gewichtszunahme verantwortlich. Weitere kombinierte Faktoren sind:

  • Biologische Faktoren (weißes Fettgewebe, Darmbakterien)
  • Genetische Faktoren
  • Umwelteinflüsse
  • Epigenetik
  • Sozioökonomische Faktoren
  • Lebensstil und Gewohnheiten

Die Faktoren können die Homöostase beeinflussen. Hier geht es hauptsächlich um Änderungen im weißen Fettgewebe (Fettzellen: Adipozyten) und dessen Auswirkung beim Schrumpfen.

Das weiße Fettgewebe kann sich auf zwei Arten vergrößern. Einmal durch Hyperplasie (Vermehrung der Zellen) und Hypertrophie (Vergrößerung der einzelnen Zellen). Dabei können aus den Präadipozyten (Stammzellen des Fettgewebes) weitere Adipozyten entstehen. Vor allem bis zum 20. Lebensjahr vermehren sich die Fettzellen und bleiben danach, mit einer Erneuerungsrate von 8 % im Jahr, recht stabil. Bei älteren Personen vergrößern sich die Zellen somit eher, statt sich neu zu bilden, was allerdings vom Fettgewebe abhängig ist.

Vermehrte Fettzellen gerade im Unterbauchfettgewebe können zu Entzündungsreaktionen und Fibrose durch unzureichende Sauerstoffverfügbarkeit führen.

In Fettzellen finden sich Immunzellen, wobei in gesunden Personen eine Balance zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Faktoren besteht. Bei zu viel Stressfaktoren im Fettgewebe reagieren Immunzellen aggressiv und fördern Entzündungen. Weitere entzündungsfördernde Faktoren können eine Insulinresistenz oder vermehrter Zelltod sein.

Bei einer Diät leeren sich die großen Fettzellen. Gleichzeitig entstehen in den Zwischenräumen sehr kleine Fettzellen, die sich beim Refeeding ebenfalls mit auffüllen können. Damit erhöht sich die Anzahl der Fettzellen insgesamt.
Interessanterweise erhöht sich mit der Zunahme der Fettzellen ebenfalls die Ausschüttung vom Sättigungshormon Leptin. Da hier allerdings eine Leptin Resistenz vorherrschen könnte, für dieses nicht zu einer Sättigung. Mit sinkendem Körpergewicht sinkt auch die Ausschüttung von Leptin. Genetische Veränderungen korrelieren mit Gewichtszunahme nach einer Diät. So werden verschiedene Gene angeschaltet, die Einfluss auf Entzündungsparameter, Insulinsensitivität und Änderungen im Fettgewebe haben. Fettzellen können noch viele weitere Signalwege anregen.

Einige Leute können durch einen besseren Stoffwechsel der Fettzellen Nährstoffe vermehrt aufnehmen und dadurch schneller an Gewicht zunehmen. Die Fettzellen ziehen förmlich die Energie in sich hinein. Auch andere Transporter wie GLUT4 sind hoch reguliert und warten förmlich auf eine höhere Energieaufnahme. Weiterhin kann sich die De Novo Lipogenese erhöhen, was zu einer höheren Aufnahme an Fett führt. Aus Kohlenhydraten kann so deutlich mehr Fett gebildet werden. Weiterhin korrelieren niedrige Blutfettwerte während einer Diät mit Gewichtszunahme im Anschluss, was dem Körper einen ständigen Energiemangel suggeriert.

Eine Gewichtsabnahme geht mit einem geringeren Energieverbrauch in Ruhe einher. Ein Gewichtsverlust reduziert den Energieverbrauch um bis zu 15 % mehr, als eigentlich zu erwarten ist. Bei einem Refeed muss der Kalorienverbrauch somit gesenkt werden oder mit sportlicher Betätigung ausgeglichen werden. Der geringere Energiebedarf ist noch nicht 100 % geklärt, könnte jedoch mit der Aktivierung von Mitochondrien im Fettgewebe zusammenhängen. Eine Umwandlung von weißen ins braune Fettgewebe konnte bei einer Diät im Menschen nicht festgestellt werden.

Strategien zum Verhindern einer Gewichtszunahme nach Diät:

  • Physische Aktivitäten erhöhen, Sport und mehr Bewegung im Alltag.
  • Mehr Protein in der Ernährung. Personen mit 25 % Protein nahmen weniger Gewicht zu, als Personen mit 15 %
  • Unterstützung mit Medikamenten in Ausnahmefällen und Extremfällen.
  • Koffein kann unterstützend für die Zeit der Gewichtsabnahme wirken. Allerdings auch höheres Stressniveau muss kompensiert werden. Daher keine gute Wahl.
  • Größere Vorsicht nach der Diät mit Kalorienaufnahme
  • Tägliches messen des Gewichtes zur Kontrolle der Tendenz über Wochen.

https://doi.org/10.1038/s41574-018-0148-4